Neutral Baumwolle oder Polyester

Baumwolle oder Polyester, was ist besser für die Umwelt?

Nach der Ölindustrie ist die Bekleidungsindustrie der größte Umweltverschmutzer. Inwieweit tragen Baumwolle und Polyester dazu bei und welche der beiden solltest du wählen, um die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten?

Ist Baumwolle schlecht für die Umwelt?

Von Baumwolle wissen wir, dass im regulären Anbau enorme Mengen an chemischen Pestiziden eingesetzt werden. Dass dies schlecht für die Umwelt ist, versteht sich von selbst, aber auch für die Bauern hat dies enorme Folgen. Schätzungen zufolge sterben jährlich ca. 300.000 Bauern an den direkten Folgen der Arbeit mit diesen Pestiziden.

Ein weiterer großer Nachteil von Baumwolle ist die enorme Wassermenge, die beim Wachstum und bei der Verarbeitung der Baumwollpflanze zu Kleidung verbraucht wird.

Genug Nachteile, um sich gegen Baumwolle zu entscheiden, könnte man meinen. Aber hier geht es um den regulären Anbau von Baumwolle und nicht um den Anbau und die Verarbeitung von Bio-Baumwolle. Hierbei werden nämlich keine Pestizide verwendet, und die benötigte Wassermenge ist im Vergleich zu regulärer Baumwolle um satte 75 % geringer. Baumwolle ist eine Naturfaser und somit auch noch biologisch abbaubar.

Dies macht Bio-Baumwolle zu einer nachhaltigen Wahl. Leider macht sie derzeit nur weniger als 1 % des gesamten weltweiten Baumwollverbrauchs aus, aber es ist ein Anfang.

Ist Polyester besser für die Umwelt als Baumwolle?

Nun zu Polyesterstoffen. Die Basis hierfür ist Erdöl, und wie gerade besprochen, gehört die Herstellung von Polyester zur Ölindustrie und damit zu den umweltschädlichsten Industrien der Welt.

Aber auch nachdem aus Polyester Kleidung gefertigt wurde, bleiben Nachteile an dem Stoff haften. Beim Waschen von Polyesterkleidung werden beispielsweise Mikroplastikpartikel freigesetzt, die wiederum eine enorme negative Auswirkung auf die Umwelt haben.

Ein weiterer Nachteil von Polyester: Es baut sich in der Natur nicht ab und ist eine der Hauptursachen für den Plastikmüll in den Ozeanen.

Dennoch gibt es auch bei Polyester positive Entwicklungen, die eine Entscheidung für Polyester rechtfertigen.

Polyester lässt sich hervorragend recyceln. Es ginge zu weit, von einer ewigen Wiederverwendung zu sprechen, aber mit der richtigen Methode kann es bei geringem Qualitätsverlust mehrfach wiederverwendet werden. Dies gilt übrigens nicht für technische Polyester, die in Outdoor-Kleidung oder hochwertiger Sportbekleidung verwendet werden. Nach dem Recycling nimmt die Qualität des Polyesterfadens so stark ab, dass daraus keine neue hochwertige Kleidung mehr hergestellt werden kann.

Das Recycling von Polyester erfolgt auf zwei Arten: mechanisches Recycling, bei dem die PET-Flasche zu einer Polyesterfaser zerkleinert wird, und chemisches Recycling, bei dem der Polyester wieder in die ursprünglichen Monomere zerlegt wird. Die letztgenannte Methode ist qualitativ die bessere, verbraucht jedoch wieder Chemikalien.

Ein großer Vorteil des Recyclings ist, dass der Müllberg verkleinert wird und für die Produktion von Kleidung keine neuen Rohstoffe verbraucht werden. Zudem spart die Produktion von recyceltem Polyester fast 60 % Energie im Vergleich zur Erstproduktion ein.

Qualitativ hochwertige Polyesterkleidung hält zudem länger, was wiederum die Produktion neuer Kleidung einspart und somit ebenfalls nachhaltig ist.

Was ist also besser?

Das Fazit von alldem: Sowohl reguläre Baumwolle als auch Polyester sind schlecht für die Umwelt.

Indem wir uns bewusst für Bio-Baumwolle entscheiden, beuten wir die Erde nicht aus, und durch die Verwendung von recyceltem Polyester tun wir etwas gegen den Müllberg und helfen zumindest dabei, die Welt ein Stück bewohnbarer zu machen.

Wie schön ist das?

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